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Victor Kleins letzte Hochrechnungen

Wigry-Konzert

Matthias Ohler am 08.06.2015

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Das stimmenreiche, viel Bedeutung anbietende nächtliche Quak-Konzert in Wigry erinnerte mich an ein altes Sonnett:

 

 

 

Krötengesang

 

Ich weiß von einem See, auf dessen Grund befindet

sich eine Mündin. Unsichtbar. Der See ist tief.

Und wenn vom Grund des Sees sich ein Ruf entwindet,

dann ahnen nur die Uferkröten, was da rief,

 

in ihren Liedern. Nachts, im dichten Schilf am Ufer,

besingen sie die eigne Ahnung dicht gedrängt.

Ich stünd gern mitten unter ihnen, stiller Rufer,

für den sein Leben am Verstehn des Rufes hängt.

 

Es ist schon nicht mehr Nacht. Ich singe mit den Kröten

und lausche in das Wasser, kann darin nichts hören.

Als könne ein Gesang den andern einfach töten.

 

Als ob im Wellenschlag sich Töne nur verlören,

die, recht gehört, Verstehen nur den Hörern böten,

die still im Wasser liegen wie gefällte Föhren.

 

 

 

 

 

 

Kommentare

23.06.2015

Carla Krämer

Lieber Victor Klein,
Danke für Ihre Verse und poetischen Atmosphärengewitter! Auf weitere energetische Aufladung die sich zu Poesietornados aufbauen und dazwischen auch cumulusartigen Gedankengebilden Raum bieten.

19.06.2015

Helene Reinisch

Victor Klein inspiriert zu denkenswertem Gedankengut.
Danke
Helene (Workshop Wigry)

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