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Victor Kleins letzte Hochrechnungen

Terminal

Matthias Ohler am 18.05.2013

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"Dieser Körper, unser Körper, mit seinem Umfang, mit der Vielfalt und Komplexität seiner Organe, seinem Gewebe, seinen Funktionen, scheint nur noch überflüssig, konzentriert sich heute doch alles im Gehirn und in der genetischen Formel, die für sich allein die operationale Defintion des Seins zusammenfassen."

"Wie existieren (...) nicht mehr als Dramaturg oder Akteur, sondern als Terminal, in dem zahlreiche Netze zusammenlaufen."

Sätze von Jean Baudrillard, "L´autre par lui même", 1987 (!). Warum merken wir oft erst nach Jahren, was französische Soziologie schon vor so langer Zeit formuliert hat, damit wir es gut beobachten und prüfen können?

Es ist eine wirkliche, sinnliche Spür-Prüfung wert (Vorsicht, Verletzungsgefahr), ins Erleben als Terminal zu gehen.

Gestern auf dem Oltener Bahnhof saßen neben mir zwei junge Frauen nebeneinander, die sich offensichtlich schon kannten, die sich unterhielten und dabei zugleich auf die Bildschirme ihrer Smartphones schauten, tippten, wischten. Sie schauten einander nicht einmal an. Ihr Zug kam. Sie konnten das nur gehört haben, denn sie schauten auch nicht auf. Sie gingen auf die sich öffnenden Türen zu, den Blick auf die Bildschirme gerichtet. Die Türen schlossen sich hinter ihnen. Der Zug fuhr an und davon. Ich fragte mich: was haben sie gesehen? Vor allem aber: Wofür waren ihre Körper und Nerven jetzt funktionalisiert? Was lief durch sie durch und weiter? - Und was war mit mir? - Ich holte mein Smartphone raus und tippte eine E-Mail. Was geschieht da? Die Forschung ist eröffnet. - Was geschieht jetzt? - Ich drücke auf "Speichern", und der Blog ist raus. Bedienen Sie sich.

Kommentare

19.05.2013

Elisabeth

Vorsicht: Verletzungsgefahr
Wie recht Sie haben...

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