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Victor Kleins letzte Hochrechnungen

Mondins Schuhe

Matthias Ohler am 20.06.2017

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Im gleichen Manuskriptbändchen, das der Teilnehmer, von dem schon das Mondin-Gedicht stammte, mir nach dem Kurs zu Poetischem Denken überlassen hatte, fand sich dieses Sonett. Es gefällt mir so vieles an ihm, besonders aber der Schluss in seiner konsequenten formalen Verkürzung.

 

Auch hier habe ich das Einverständnis des Autors, es hier öffentlich zu machen:

 

 

Weißt du, Mondin, was mich so sehr sehnen macht?

Halt es heimlich, denn es könnte uns erlösen.

Ist der Ausgang erst gefunden aus dem Bösen,

wird wahrscheinlich wie befreit hinausgelacht.

 

Spürst du, Freundin, wem mein großes Suchen gilt?

Lass mich wagen, ohne Worte hier zu bleiben.

Drängt es mich auch stets, es deutlich hinzuschreiben,

spür ich auch so immerzu, woraus das quillt, –

 

wär mir lieb, es bleibt in deinen starken Händen,

lieber noch in deinen warmen, weichen Schuhen –

Lass es darin wohlbefußt und sicher ruhen.

 

Schläft´s darin, lass es damit doch gern bewenden.

Wie in alten, kaum geschmückten Truhen

mag es enden.

 

 

 

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